Kolumne von PStS Annette Widmann-Mauz MdB im Schwäbischen Tagblatt vom 13.04.2012

Neugeborene Tübinger erwartet die höchste Lebenserwartung Deutschlands. Mit höherem Alter werden aber auch Pflegebedürftigkeit und Demenz wahrscheinlicher. Heute betrifft dies 2,4 Mio. Menschen. In wenigen Jahrzehnten werden es über 4 Mio. sein. Gleichzeitig droht durch den Geburtenrückgang Fachkräftemangel.

Die Bundesregierung will mit dem neuen Pflegeneuausrichtungsgesetz die Pflegeversicherung so weiterentwickeln, damit diejenigen, die Hilfe brauchen, sich auch weiterhin in guten Händen wissen und Angehörige wie Pflegekräfte ihre wertvolle Arbeit weiter leisten können. Wir steigen damit auch in die Umsetzung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs ein, dessen Details inklusive Fahrplan von einem Expertenbeirat geklärt werden. Wir verschenken keine Zeit, sondern beginnen mit der Stärkung des ambulanten Bereichs, wo Angehörige und Bedürftige gezielte Hilfe brauchen, gerade dann, wenn es um Demenz geht.

Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die bisher nur Betreuungszuschüsse bekommen (Stufe 0), sollen künftig zusätzlich ambulante Sachleistungen bzw. Pflegegeld in Höhe von 50% der Pflegestufe I erhalten. Das sind monatlich 225 Euro bzw. 120 Euro. Damit haben sie auch Anspruch auf Verhinderungspflege, Hilfsmittel oder wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (künftig ohne Selbstbeteiligung). Die Leistungen der Pflegestufen I und II werden um ein Drittel der jeweils höheren Pflegestufe erhöht. Bedürftige und Angehörige werden mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben, in welchem Umfang und Zeitraum sie Grundpflege, hauswirtschaftliche Leistungen oder Betreuung nutzen wollen. Auch werden Senioren in Pflege-WGs durch weitere Zuschüsse für Präsenzkräfte und Umbauten gefördert.

Mir liegt gerade die bessere Beratung der Betroffenen am Herzen: Im Sinne frühzeitiger Beratung müssen Pflegekassen künftig einen Termin innerhalb von 14 Tagen anbieten und die Gutachten einsehbar machen. Auch wird für pflegende Angehörige der Zugang zu Reha-Maßnahmen erleichtert sowie das Pflegegeld während der Kurzzeit- oder Verhinderungspflege hälftig weiterbezahlt. Das alles sind spürbare Verbesserungen. Dazu gehört auch die Stärkung des Pflegeberufs. Deshalb stellen wir uns gegen die EU-Pläne, die das Abitur als alleinige Ausbildungsvoraussetzung vorsehen und sind für eine integrierte Ausbildung von Alten- und Krankenpflege. Diskutieren Sie mit, ich freue mich auf Ihre Anregungen unter www.widmann-mauz.de.

Neugeborene Tübinger erwartet die höchste Lebenserwartung Deutschlands. Mit höherem Alter werden aber auch Pflegebedürftigkeit und Demenz wahrscheinlicher. Heute betrifft dies 2,4 Mio. Menschen. In wenigen Jahrzehnten werden es über 4 Mio. sein. Gleichzeitig droht durch den Geburtenrückgang Fachkräftemangel.

Die Bundesregierung will mit dem neuen Pflegeneuausrichtungsgesetz die Pflegeversicherung so weiterentwickeln, damit diejenigen, die Hilfe brauchen, sich auch weiterhin in guten Händen wissen und Angehörige wie Pflegekräfte ihre wertvolle Arbeit weiter leisten können. Wir steigen damit auch in die Umsetzung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs ein, dessen Details inklusive Fahrplan von einem Expertenbeirat geklärt werden. Wir verschenken keine Zeit, sondern beginnen mit der Stärkung des ambulanten Bereichs, wo Angehörige und Bedürftige gezielte Hilfe brauchen, gerade dann, wenn es um Demenz geht.

Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die bisher nur Betreuungszuschüsse bekommen (Stufe 0), sollen künftig zusätzlich ambulante Sachleistungen bzw. Pflegegeld in Höhe von 50% der Pflegestufe I erhalten. Das sind monatlich 225 Euro bzw. 120 Euro. Damit haben sie auch Anspruch auf Verhinderungspflege, Hilfsmittel oder wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (künftig ohne Selbstbeteiligung). Die Leistungen der Pflegestufen I und II werden um ein Drittel der jeweils höheren Pflegestufe erhöht. Bedürftige und Angehörige werden mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben, in welchem Umfang und Zeitraum sie Grundpflege, hauswirtschaftliche Leistungen oder Betreuung nutzen wollen. Auch werden Senioren in Pflege-WGs durch weitere Zuschüsse für Präsenzkräfte und Umbauten gefördert.

Mir liegt gerade die bessere Beratung der Betroffenen am Herzen: Im Sinne frühzeitiger Beratung müssen Pflegekassen künftig einen Termin innerhalb von 14 Tagen anbieten und die Gutachten einsehbar machen. Auch wird für pflegende Angehörige der Zugang zu Reha-Maßnahmen erleichtert sowie das Pflegegeld während der Kurzzeit- oder Verhinderungspflege hälftig weiterbezahlt. Das alles sind spürbare Verbesserungen. Dazu gehört auch die Stärkung des Pflegeberufs. Deshalb stellen wir uns gegen die EU-Pläne, die das Abitur als alleinige Ausbildungsvoraussetzung vorsehen und sind für eine integrierte Ausbildung von Alten- und Krankenpflege. Diskutieren Sie mit, ich freue mich auf Ihre Anregungen unter www.widmann-mauz.de.

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