24.01.2012 Nicht für alle die gleiche, sondern für jedes Kind die richtige Bildung

Georg Wacker MdL inmitten des AK Bildung zwischen Christine Jerabek und Landrat Joachim Walter
Georg Wacker MdL inmitten des AK Bildung zwischen Christine Jerabek und Landrat Joachim Walter

Georg Wacker MdL beim AK Bildung des CDU-Kreisverbandes Tübingen

„Jedes Kind ist einzigartig,“ so der Leitgedanke, an dem sich Georg Wacker in der Bildungspolitik orientiert. Der ehemalige Staatssekretär im Kultusministerium und bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion setzt daher auf individuelle, möglichst frühzeitige Förderung und die Begleitung der Kinder und Jugendlichen vor allem an den Schnittstellen ihrer Bildungsbiographie.
 
Im Bereich der frühkindlichen Bildung, wo Förderung der Kinder noch spielend gelingt, hat er in der Vergangenheit Schwerpunkte gesetzt. Die innovativen und ganzheitlichen Ansätze in diesem Gebiet, ob Bildungshaus oder Singen-Bewegen-Sprechen, werden nun von der neuen Landesregierung wieder abgeschafft. Und wo die Kinder bisher entsprechend ihrer persönlichen Eignung und Neigungen und ihres individuellen Entwicklungsstandes ab Klasse 5 an der für sie besten Schule in möglichst homogenen Gruppen gefördert wurden, hat die neue Landesregierung nicht nur die verbindliche Grundschulempfehlung abgeschafft ohne das Beratungsverfahren zu überarbeiten.
 
Sie plant mit der Gemeinschaftsschule eine Schulart, in der die Schüler per se in heterogenen Lerngruppen unterrichtet werden, also ein noch größeres Leistungsspektrum abbilden als dies bereits jetzt an den weiterführenden Schulen der Fall ist. Die Anforderungen, die an eine Gemeinschaftsschule gestellt werden, wie differenzierte Lernformen, Kooperation mit außerschulischen Partnern, Qualitätsmanagement und Inklusion gelten aber für alle Schularten und dienen dem Kultusministerium nur als Deckmantel für die Einführung des längeren gemeinsamen Lernens, für dessen postulierte Überlegenheit es keinerlei wissenschaftlichen Beleg gibt.
 
Hinzu kommt, dass die Gemeinschaftsschulen gegenüber anderen weiterführenden Schulen bevorzugt werden. Besteht dort ein Klassenteiler von 30, umfassen die Klassen an Gemeinschaftsschulen künftig maximal 28 Schüler. Müssen andere Schularten teilweise jahrelang auf die Genehmigung warten, wenn sie Ganztagsschule werden wollen, ist das bei Gemeinschaftsschulen Teil des Konzepts und wird automatisch umgesetzt. Und wenn an der Gemeinschaftsschule die Bildungspläne für Haupt- und Werkrealschule, Realschule und Gymnasium auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen, dann wird dies möglicherweise nicht ohne Konsequenzen für die Standards an den etablierten Schularten bleiben.
 
Aus Sicht von Wacker gibt es für die CDU zahlreiche Möglichkeiten, trotz Schülerrückgang auch Schulstandorte in strukturell schwächeren Gebieten zu erhalten – ohne dafür das erfolgreiche differenzierte Schulsystem Baden-Württembergs zu opfern. „Eine Gemeinschaftsschule, die jegliche Bildung von Lerngruppen anhand von Leistungsniveaus kategorisch ablehnt, ist sicher nicht der richtige Weg. Unsere Kinder und Jugendlichen sind nicht alle gleich – ein gerechtes Bildungsangebot geht auf diese Unterschiede ein und bietet jedem Schüler das passende Angebot.“ Baden-Württemberg habe bisher mit der Differenzierung deutschlandweit Spitzenwerte beim Bildungserfolg der Kinder erzielt, das sollte nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben