Europäisches Parlament für praxisgerechten Tierschutz

Bessere Umsetzung der EU-Vorschriften zum Tierschutz gefordert

Das Europäische Parlament forderte in seiner heutigen Abstimmungen einen praxisgerechten und effektiven Tierschutz in der Europäischen Union. Bevor es dazu allerdings neue EU-Richtlinien oder Verordnungen gibt, sollen die bestehenden Regelungen erst voll ausgeschöpft werden, forderte heute, entsprechend der Änderungsanträge der zuständigen Schattenberichterstatterin der EVP-Fraktion, Elisabeth Jeggle (CDU), eine Mehrheit der Europaabgeordneten in ihrer Bewertung des Aktionsplans Tierschutz von 2006 bis 2010.

Die baden-württembergische Agrarexpertin Jeggle begrüßte die Abstimmung als "Signal für einen praxisgerechten Tierschutz": "Die Europäische Kommission muss die Umsetzung der bestehenden EU-Vorschriften zum Beispiel für Legehennen, Schweine oder Tiertransporte konsequenter in allen Mitgliedstaaten kontrollieren. Wir brauchen mehr Tierschutz in Europa, aber nicht unbedingt mehr Gesetze und vor allem nicht schon wieder neue Gesetze".

 

Zudem müssten die EU-Mitgliedstaaten künftig beim Tierschutz stärker zusammenarbeiten. Das Parlament schlägt dazu die Schaffung von "Referenzzentren" vor. "Durch eine europaweite Vernetzung der zuständigen nationalen Stellen können die EU-Staaten wichtige Informationen zum Tierschutz besser austauschen und sich leichter untereinander abstimmen", betonte die CDU-Europaabgeordnete.

 

Vor allem bei Tiertransporten müsse die Einhaltung der EU-Vorschriften besser kontrolliert werden, so das Parlament. Die EU-Kommission müsse dazu eine Studie zu den Auswirkungen von Tiertransporten vorlegen. Das Parlament will zudem mehr Anreize für eine regionale Aufzucht, Vermarktung und vor allem auch Schlachtung von Tieren schaffen. "Eine stärkere Förderung regionaler Fleischproduktion und Fleischverarbeitung erspart den Tieren lange Transportwege", so Jeggle abschließend.

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