Presse

23.01.2017, 11:00 Uhr

Innovationen aus Tübingen zum Wohle der Patienten

Annette Widmann-Mauz MdB gab den Startschuss - zukunftsweisende Projekte, die die medizinische Versorgung in Deutschland vorantreiben.

Annette Widmann-Mauz MdB mit den Vertreterinnen und Vertretern der geförderten Projekte sowie des Innovationsausschusses und des Expertenbeirats
 Ende 2015 trat das Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft, das darauf abzielt, dass auch in Zukunft eine gut erreichbare medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau sichergestellt wird. Zur Förderung von Innovationen in der Versorgung und von Versorgungsforschung wurde ein Innovationsfonds eingerichtet. Die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz MdB gab heute vor 150 Vertreterinnen und Vertretern der geförderten Projekte sowie des Innovationsausschusses und des Expertenbeirats den Startschuss für die Umsetzung. Unter den insgesamt 91 zukunftsweisenden Projekten befinden sich auch zwei des Universitätsklinikums Tübingen.

„Zu den geförderten Projekten, die die Behandlungsqualität von Patienten durch eine bessere Vernetzung unterschiedlicher Versorgungsbereiche steigern sollen, gehören zwei Forschungsvorhaben aus Tübingen. Beim Projekt TeleDerm geht es um die bessere Vernetzung zwischen Hausärzten und Dermatologen via Telemedizin. Damit lassen sich durch einen Hausarzt festgestellte Auffälligkeiten der Haut schneller und zielgenauer per Video beurteilen. TeleDerm ist ein Paradebeispiel, wie die Digitalisierung die Behandlungsqualität von Patienten verbessern kann. 

Mehr Lebensqualität steht auch beim Tübinger Forschungsprojekt PAWEL im Vordergrund. Ein Team unter der Leitung des Tübinger Prof. Dr. Gerhard W. Eschweiler arbeitet daran, das sogenannte Delir-Risiko, also die Gefahr in einen durch Narkose hervorgerufenen Verwirrtheitszustand zu geraten, bei über 70 Jährigen präventiv zu verhindern. Auf diese Weise können bleibende Gesundheitsschäden vorsorglich vermieden werden. Gerade im Hinblick auf die deutlich zunehmende Lebenserwartung verspricht dieser Ansatz für viele ältere Menschen mehr Behandlungssicherheit. 

Beide Tübinger Initiativen zeigen exemplarisch, wie moderne, interdisziplinäre Forschung weit verbreitete Krankheitsbilder zum Wohle aller Patienten minimieren kann“, erklärt Annette Widmann-Mauz MdB.

Insgesamt stehen mit dem Innovationsfonds in den Jahren 2016 bis 2019 jährlich 300 Millionen Euro zur Verfügung: 225 Millionen für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen für die Förderung der Versorgungsforschung. Im ersten Jahr werden nun deutschlandweit 29 Projekte zu neuen Versorgungsformen und 62 Projekte zu Versorgungsforschung gefördert. In diesem und in den nächsten beiden Jahren wird es weitere Fördermöglichkeiten geben. 

Der Innovationsfonds finanziert sich aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und ist beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) angesiedelt. Er ist als Förderinstrument mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz geschaffen worden, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland weiterzuentwickeln. 

Über die Förderung entscheidet der Innovationsausschuss. Er setzt sich aus zehn Mitgliedern zusammen, die die verschiedenen Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen  repräsentieren. Außerdem sind das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Bildung und Forschung vertreten. Die Patientenvertretung ist über ein Mitberatungs- und Antragsrecht eingebunden. Ein zehnköpfiger Expertenbeirat, berufen vom Bundesminister für Gesundheit, berät den Innovationsausschuss und gibt Empfehlungen zur Förderung ab. 

  1. Foto: Annette Widmann-Mauz MdB begrüßt Prof. Dr. Eschweiler im Bundesministerium für Gesundheit
  2. Foto: Annette Widmann-Mauz MdB mit den Vertreterinnen und Vertretern der geförderten Projekte sowie des Innovationsausschusses und des Expertenbeirats

 

Quelle: BMG/Pauls

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